Drago Milenario – Der Drachenbaum von Icod

„Wer sein Blut (den Pflanzensaft) trinkt, kann nicht mehr bezwungen werden, wer sich damit einreibt, bleibt gesund und schön“. Soweit die Mystik. Der Name Drachenbaum (lateinisch: Drago), klingt geheimnisvoll. In Icod de los Vinos steht der Baum aller Bäume. Mit einer Höhe von 18 Metern und einem Stammumfang von 6 Metern – ein stattliches Exemplar. Das wirkliche Alter ist ein Geheimnis. Vor über 200 Jahren vermutete Alexander von Humboldt, dem man auch sonst eine Neigung zum Überschwang unterstellt, dass der Drago in Icod 6.000 Jahre alt sei. Die älteste Pflanze der Welt. Andere halten ein Alter von 1.000 bis 3.000 Jahren für realistisch. 600 Jahre schätzen boshafte Wissenschaftler, die sollten sich besser nicht in Icod de los Vinos blicken lassen.

Dieses Hin und Her ist nur deshalb möglich, weil der Drachenbaum gar kein Baum ist und keine Jahresringe hat. Selbst die Behauptung, dass es sich bei dem „ Baum“ um ein Liliengewächs handelt, ist neuerdings umstritten. Es gibt Wissenschaftler, die sagen, es sei eine Agaven-Art. Das will man an der Blüte erkennen können. Das „Drachenblut“ ist die Bezeichnung für den Saft, den die Pflanze bei Verletzung absondert. In Verbindung mit dem Sauerstoff in der Luft wird dieser blutrot. Alchimisten heilten damit im Mittelalter angeblich allerlei Zipperlein. Die Guanchen balsamierten ihre Verstorbenen damit ein, um den Verfall des Leichnams zu verhindern. Das Ergebnis kann man im archäologischen Museum von Santa Cruz de Tenerife besichtigen.

Später benutzte man den Planzensaft in Vendig, um sich damit die Haare rot-golden zu färben. Fast hätte die große Nachfrage zur völligen Ausrottung des Gewächses geführt. Ganze Kolonnen von „Zapfern“ suchten den schnellen Reichtum. Jetzt stehen die Drachenbäume zu Recht unter Naturschutz. Weil die Pflanze so exotisch aussieht, ist sie heute auf der Insel in vielen Gärten zu bewundern und der Fortbestand ist so gesichert.

Der Besucher der Insel kann sich ein Samentütchen mit nach Hause nehmen und die Aufzucht versuchen. Vor dem aussähen sollte man den Samen mehrere Tage in (möglichst) Regenwasser legen. Danach ist ein Pflanzgefäß, ohne stauende Nässe, das Richtige. Der Standort sollte sonnig sein und nicht zu feucht. Wenn Sie Glück haben, bohrt sich nach bis zu fünf Monaten ein Drachenbäumchen aus der Erde.

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