Masca

Mit dem Auto erreicht man Masca inzwischen von zwei Seiten: Einmal von Buenavista del Norte, zum Anderen von Santiago del Teide. In Santiago del Teide fährt man ungefähr drei bis vier Kilometer in Richtung Masca und erreicht den ersten Aussichtspunkt im Teno-Gebirge. Das Teno-Gebirge ist neben dem Anaga-Gebirge und natürlich den Cañadas eines der eindrucksvollsten Landschaften der Insel. Die eigentlich nur einspurige überaus serpentinenreiche Straße nach Masca ist jedoch nur für Autofahrer geeignet, die keine Angst davor haben, unter Umständen mal hundert Meter Rückwärts am Steilhang entlang zur nächsten Ausweichbucht zurückzufahren, um einem entgegen kommenden Bus Platz zu machen.

Masca wird als eines der schönsten, wenn nicht sogar als schönstes Dorf Teneriffas bezeichnet. Trotzdem, 1970 gab es noch 189 Einwohner und 2004 nur noch 92. Die Landflucht der Jugend führt seit 30 Jahren zur Vergreisung des Ortes. Auch liegt die Landwirtschaft brach. Und genau dies hat beim großen Brand zwischen dem 31. Juli und dem 3. August 2007 dazu geführt, dass die Flammen über den Baranco auf das Dorf übergreifen konnten. Zerstört wurden vier Häuser, darunter auch die alte Schule, in der ein Ehepaar aus Marburg ein wunderschön hergerichtetes Restaurant betrieben hatte.

Strenge Bauvorschriften wachen über die Bausubstanz und den Charakter, die es nicht einmal erlauben, eine Satelliten-Schüssel sichtbar anzubringen. Besonders auffällig ist die Bauart mancher Häuser in Masca, die zweistöckig an die Berghänge gebaut wurden. Wenn sich mehrere Zimmer im Haus befinden, sind sie nicht durch einen Gang im Inneren verbunden, sondern durch je einen Eingang von außen zugänglich.

Neben dem Tourismus lebt man in Masca heute noch von der Landwirtschaft.

War Masca früher nur zu Fuß zu erreichen, kann man heute bequem mit dem Auto hinauf fahren. Trotz mehrmaligem Umbau ist die Fahrt nichts für schwache Nerven. Eine Haarnadelkurve folgt der Nächsten. Die Buslinie 355 verbindet Masca mehrmals täglich mit Buenavista del Norte.

Geht man vom Kirchplatz den steilen, mit Steinen gepflasterten Weg hinunter bis auf den flachen Bergrücken vor der Felsnadel, kann man besonders gut in die steile Schlucht von Masca schauen. Anschließend geht es ein Stück zurück nach Lomo de Masca . Auf halber Höhe zweigt der Weg dann ab. Die mehrstöckigen Häuser stehen enger beieinander als in Masca. Viele stehen leer, sie wurden von ihren Besitzern verlassen. Am Ende des Weges durch Lomo de Masca findet man ein Heimatkundemuseum.

Wer im Tenogebirge wandern will, sollte schon erfahren sein und die richtige Ausstattung mitbringen. Immer wieder passieren Unfälle mit tödlichem Ausgang, weil sich die Wanderer überschätzen. Auch wird durch spontane Wolkenbildung manchmal der Auf- bzw. Abstieg – wenn die Sichtweite auf 5 Meter schrumpft – schier unmöglich.

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